Liebeskummer überwinden: Strategien für jeden Liebeskummertyp

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Du bist verliebt, aber der Mann deiner Träume erwidert deine Gefühle nicht? In deiner Partnerschaft kriselt es gefühlt jeden Tag? Nach einer langjährigen Beziehung spricht dein Partner plötzlich von Trennung? Solche Situationen können dich in eine tiefe Krise stürzen. Liebeskummer lässt sich zwar nicht vermeiden. Aber mit unseren erprobten Tipps kannst du es schaffen, deinen Liebeskummer zu überwinden und wieder glücklich zu werden.

Was ist Liebeskummer?

Liebeskummer ist der Schmerz, den du empfindest, wenn eine Liebesbeziehung nicht zustande kommt oder scheitert. Früher sprachen die Menschen von Herzschmerz, Liebesleid oder Herzeleid, wenn eine Liebe unerfüllt blieb oder irgendwann nicht mehr erwidert wurde.

Heute nennen wir diesen Schmerz Liebeskummer. Was nach „Teenie-Problem“ und Bagatelle klingt, kann tiefes seelisches Leiden bedeuten und dich vollkommen aus der Bahn werfen. Schließlich verlieben sich nicht nur Teenager unsterblich mit Haut und Haar.

Erwachsenen passiert das genauso. Aber keine Angst: In den meisten Fällen lässt sich dieses Gefühl überwinden. Danach gehst du gestärkt weiter.

Bei der nächsten Beziehung wirst du bestimmte Fehler nicht mehr machen. Das gibt dir die Chance, deine zukünftigen Beziehungen noch liebevoller und noch mehr auf Augenhöhe zu gestalten.

Was ist der Unterschied zwischen Liebeskummer und Trennungsschmerzen?

  1. Liebeskummer

Kurz gesagt: Liebeskummer kann, aber muss nicht in Zusammenhang mit einer Trennung auftreten. Trennungsschmerz ist eine Art des Liebeskummers.

Liebeskummer kannst du empfinden, ohne in einer Partnerschaft zu sein. Das ist beispielsweise der Fall, wenn deine Gefühle nicht erwidert werden.

  1. Trennungsschmerz

Bei Trennungsschmerzen ist das Leiden – wie die Bezeichnung schon sagt – mit der Trennung von deinem bisherigen Partner verbunden. Da kommt die Verlustangst in dir hoch.

Du verlierst…

  • deinen Liebes- und Lebenspartner.
  • dein Lebenskonzept und deine Zukunftspläne.
  • deine emotionale Sicherheit.
  • deinen Status. Du bist nicht mehr in einer Beziehung, sondern wieder Single.
  • möglicherweise deine finanzielle Sicherheit.

Es braucht seine Zeit, bis es dir gelingt, dich aus diesem Sog zu befreien und wieder nach vorn zu schauen.

Die 3 häufigsten Gründe für Liebeskummer

Jeder Mensch empfindet anders. Trotzdem gibt es drei „Klassiker“, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Liebeskummer auslösen.

  1. Unerwiderte Liebe

Wenn die Liebe einseitig bleibt, kommt es zu seelischem Leiden und Selbstzweifeln. Wenn du verliebt bist, befindest du dich in einem Rauschzustand. Hormone wie Endorphine und Serotonin versetzen dich in einen Glückstaumel. Es scheint nichts anderes mehr auf der Welt zu geben als diese eine, ganz besondere Person.

Aber dem angehimmelten Mann geht es nicht unbedingt wie dir. Intensive Liebe kann intensives Leiden bedeuten, wenn die Verliebtheit einseitig ist. Dementsprechend schwer ist es, mit einer Zurückweisung umzugehen. Es kränkt, abgewiesen zu werden.

Auch die Liebe zu einer unerreichbaren Person wie einem Musiker, Schauspieler oder einem bereits vergebenen Mann kann Liebeskummer auslösen. Diese Situation kennst du vielleicht selbst aus der Pubertät: Manche Mädchen verlieben sich in einen Lehrer oder schwärmen für bestimmte Sänger und Schauspieler.

Irgendwann lösen sich diese Schwärmereien in den meisten Fällen auf. Dann konzentrieren sich die Liebesgefühle auf einen Menschen, der erreichbar ist.

  1. Probleme in der Beziehung

Reibungspunkte gibt es in jeder Partnerschaft. Bis zu einem gewissen Grad ist das normal. Wird der Streit jedoch zum Dauerzustand, belasten die Auseinandersetzungen die Beziehung. Das gilt besonders, falls sich Unstimmigkeiten ständig bei denselben Punkten zeigen.

Nicht alle Paare meistern den Übergang von der Verliebtheit zur Liebe. Erst wenn sich der anfängliche Rausch gelegt hat, zeigt sich, ob ihr wirklich zusammenpasst. Erst dann fallen dir nämlich all die kleinen Fehler deines Freundes auf.

Gibt es deswegen häufig Streit, lässt der Liebeskummer nicht lange auf sich warten. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der tägliche Zoff um große oder um kleine Dinge dreht. Vielleicht hast du eine Beule in sein Auto gefahren. Vielleicht hast du vergessen, sein Lieblingsgetränk einzukaufen oder deine Haare nicht aus dem Waschbecken entfernt.

Streit verursacht Stress. Nähe, Intimität und Geborgenheit stellen sich nicht ein, wenn Auseinandersetzungen euren Alltag prägen. Irgendwann bleibt die Liebe dabei auf der Strecke und es kommt zur Trennung.

Allerdings hat das durchaus eine positive Seite: Du möchtest deine Lebenszeit vermutlich nicht damit verschwenden, um eine chancenlose Beziehung zu kämpfen. Es ist gut, festzustellen, dass dieser Mann nicht der Richtige ist. Es gibt dir die Freiheit, dich zu lösen und jemand anderen zu finden.

  1. Trennung vom Partner

Eine Trennung kann sich über längere Zeit anbahnen, etwa, wenn ihr ständig aneinandergeratet. Sie kann aber auch (scheinbar) aus dem Nichts heraus ausgesprochen werden. Dahinter steckt dann möglicherweise eine neue Liebe. Passiert das, war auch dieser Mann noch nicht dein Mr. Right.

Manchmal zerstört ein Schicksalsschlag die Liebesbeziehung. Möglicherweise warst du mit deinem Partner glücklich und es kam zu einer plötzlichen Trennung trotz Liebe.

Ihr habt euch ohne Worte verstanden, euch blind vertraut. Jeder, der euch zusammen sah, wusste: Ihr seid seelenverwandt.

Ein Unfall oder eine schwere Krankheit kann Liebende auseinander reißen. Dann ist der Schmerz besonders groß. Falls dir genau das passiert ist, hol dir professionelle Unterstützung. Es kann dir Kraft geben, zu erkennen, dass die große, einzigartige Liebe, die du erfahren hast, in dir bleibt. Das kann dir niemand nehmen.

Sie leidet unter Trennungsschmerz

Was Liebeskummer mit uns macht

Der Verlust eines Liebespartners verändert das gesamte Leben. Es gibt kein anderes Ereignis im Leben eines Menschen, das so weitreichende Folgen hat. Vielleicht liest du diesen Artikel, weil du gerade verlassen worden bist. Dann herrscht in deiner Seele vermutlich Ausnahmezustand.

Der Psychiater Günther H. Seidler, Professor an der Medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, betrachtet das Verlassenwerden durch den Liebespartner als traumatische Erfahrung. Das zeigt, wie ernstzunehmend Liebeskummer ist.

Die körperlichen und psychischen Symptome von Patienten mit Liebeskummer ähneln Seidler zufolge denen von Menschen, die Gewalt, Naturkatastrophen, Krieg oder Terroranschläge überlebt haben. Das klingt dramatisch. Und zumindest am Anfang ist es das auch.

Vermutlich fühlst du dich deinem Liebeskummer hilflos ausgeliefert. Du kannst an der Trennung nichts ändern, sie nicht rückgängig machen oder deinen Ex-Partner umstimmen. Die Ereignisse rollen über dich hinweg. Nichts ist mehr, wie es einmal war. Du stehst vor einem Scherbenhaufen und fängst noch einmal ganz von vorn an.

Aber genau das ist der Punkt: Du stehst nicht nur an einem Ende. Du stehst auch an einem neuen Anfang. Aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse stammt ein wunderbares Zitat, das dir in dieser Situation vielleicht Mut macht:

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wenn du dich für das Leben öffnest und nicht stillstehst, wirst du die Trennung irgendwann hinter dir lassen.

Typische Symptome von Liebeskummer

Bei akutem Liebeskummer kann es sein, dass du

  • innerlich keine Ruhe findest. Die Gedanken an deinen Ex-Partner rotieren unaufhörlich in deinem Kopf. Sie gönnen dir keine Pause.
  • Schwierigkeiten bekommst, nachts einzuschlafen. Tagsüber fühlst du dich müde und erschöpft. Konzentrationsschwierigkeiten machen dir den Arbeitsalltag schwer.
  • Appetitlosigkeit oder Heißhunger-Attacken bekommst. Vielleicht gehörst du zu den Frauen, die vor Kummer kaum einen Bissen herunterbekommen. Vielleicht kannst du nicht mehr aufhören zu essen.
  • möglicherweise Magen- und Darmbeschwerden sowie Zukunftsängste und Panikattacken erleidest.
  • in eine Depression nach der Trennung rutschst oder es zu Selbstmordgedanken kommt. In diesem Fall brauchst du dringend Hilfe: Wende dich zur Bekämpfung deines Liebeskummers am besten an deinen Arzt. Er kann dich bei Bedarf weitervermitteln, sodass du schnell Hilfe bekommst.

Die 4 Phasen des Liebeskummers

In den meisten Fällen verläuft Liebeskummer in vier Phasen. Es handelt sich letztendlich um einen Trauerprozess. Wie lange du brauchst, um von einer Phase in die andere zu kommen, ist individuell unterschiedlich. Es ist kein Wettlauf. Nimm dir die Zeit, die du brauchst.

1. Verleugnung: Die Trennung nicht wahrhaben wollen

Dein Freund hat seinen Trennungswunsch ausgesprochen. Du kannst deinen Ohren nicht trauen und fällst aus allen Wolken. Dass dein Partner dich wirklich verlassen will, fühlt sich für dich an wie ein böser Traum. Ein Leben ohne ihn kannst du dir nicht vorstellen. In deiner Verzweiflung fängst du an, um eure Beziehung zu kämpfen.

Daran erkennst du Phase 1:

  • Du denkst: „Das kann einfach nicht wahr sein!
  • Dich beschäftigt nur eine Frage: „Warum?
  • Du versuchst, mit deinem Noch-Partner zu reden. Dich treibt der Gedanke an, dass du das Ruder noch herumreißen und eure Beziehung retten kannst.
  • Innerlich zermarterst du dich mit der Frage, was schiefgegangen ist.
  • Du analysierst deine Partnerschaft oder besprichst das Verhalten deines Ex mit deiner besten Freundin.

2. Verärgerung: Zwischen Wut und Rachegedanken

Du fühlst dich missverstanden und ungerecht behandelt. Bestimmte Dinge möchtest du richtigstellen. Eventuell fängst du an, aufzurechnen, was du für ihn alles getan hast. Gleichzeitig bist du wütend und hast vermutlich manchmal Rachefantasien.

Diese Wut verhindert, dass du in eine Depression gleitest.

Daran erkennst du Phase 2:

  • Du bist wütend und möchtest ihn am liebsten mit deiner Verärgerung konfrontieren.
  • Dir ist es ein Bedürfnis, bestimmte Dinge richtig zu stellen. Darum thematisierst du die Knackpunkte, wenn es noch Gespräche zwischen euch gibt.
  • Am liebsten würdest du es ihm irgendwie heimzahlen.

3. Selbstreflexion: Die Beziehung durchdenken

Irgendwann beginnst du, deine Beziehung zu analysieren und dich mit deiner Rolle in eurer Partnerschaft auseinanderzusetzen. Du beleuchtest das Gute und das Schlechte. Dir werden deine und seine Fehler bewusst.

Daran erkennst du Phase 3:

  • Dir ist klar, dass eure Beziehung nicht nur positiv war. Du nimmst die guten und die unbefriedigenden Momente wahr.
  • Du weißt, dass du zwar eine Mitschuld an der Situation trägst (dazu gehören zwei). Aber du weißt auch, dass du nicht allein für das Scheitern eurer Beziehung verantwortlich bist.
  • Du leidest zwar noch unter Liebeskummer. Aber dir gelingt es auch, mit einem Lächeln an die schönen Momente zu denken.
  • Deine Fehler sind dir bewusst. Bestimmte Dinge möchtest du bei deinem nächsten Liebesverhältnis anders machen oder vermeiden.

4. Neuorientierung: Offenheit für eine neue Partnerschaft oder einen Neuanfang allein

Nach der intensiven Auseinandersetzung mit deiner ehemaligen Beziehung bist du wieder offen für etwas Neues. Das kann das Leben als Single, aber auch der Beginn einer neuen Partnerschaft sein. Du hast den Liebeskummer weitgehend verarbeitet.

Daran erkennst du Phase 4:

  • Du weinst und trauerst weniger oder fast gar nicht mehr.
  • Andere Männer nimmst du plötzlich wieder als interessant und attraktiv wahr.
  • Der Spaß am Flirten kehrt zurück.
  • Du fängst wieder an, Dates zu vereinbaren und dich online auf Dating Sites umzusehen.
  • Du genießt und lebst dein Leben.

Liebeskummer überwinden

Wie du deinen Liebeskummer überwinden kannst – 3 Strategien für dich

Wenn du gerade aktuell unter Liebeskummer leidest, wünschst du dich vermutlich ans Ende von Phase 4. Eine Abkürzung durch die vier Phasen gibt es zwar nicht. Aber es gibt gewisse Tricks, die dir helfen, schneller von einer Phase zur anderen zu gelangen.

Dazu kommen wir jetzt.

  1. Akzeptiere den Ist-Zustand

Gerade, wenn die Trennung frisch ausgesprochen ist, tut der Gedanke weh. Aber der Schlussstrich unter eure Beziehung ist gezogen. Vermutlich hat sich das bereits über eine längere Zeit hinweg angebahnt. Es bringt dir nichts, deine Energie in Rettungsversuche zu investieren.

Du willst deinen Ex zurück? Es gibt gewisse Techniken, mit denen das gelingen kann. Vielleicht. Eine Garantie dafür gibt es nicht. Wenn du ganz ehrlich bist, weißt du, warum ihr an diesem Punkt steht. Ihr seid bestimmt zwei wunderbare Menschen. Aber es ist euch nicht gelungen, miteinander glücklich zu werden.

Wenn du ihn loslässt, öffnest du dich für genau diese Chance. Irgendwo da draußen wartet der Partner, mit dem du tatsächlich zu einer Einheit werden kannst.

Darum ist unser wichtigster Tipp: Akzeptiere, dass es vorbei ist.

Vielleicht hilft es dir, diese Sätze laut zu sagen:

  • Unsere Beziehung ist vorbei. Ich bin wieder Single.
  • Ich akzeptiere, dass unsere Beziehung beendet ist.
  • Mein Ex-Freund ist nicht mehr Teil meines Lebens.
  1. Lenk dich ab

  • Geh mit deinen Freundinnen und Freunden aus.
  • Such dir ein neues Hobby.
  • Tritt einem Verein bei.
  • Gehe auf Reisen – Backpacking, Camping oder ein All-Inclusive Urlaub.

Hauptsache, du sitzt nach der Arbeit nicht allein in deinen vier Wänden. Dich mit neuen Eindrücken zu konfrontieren, hilft dir, aus deinem Gedanken-Karussell auszusteigen.

  1. Erlaube dir, traurig zu sein

Ablenkung tut dir gut. Aber Phasen der Traurigkeit sind ebenso richtig und wichtig. Du brauchst Zeit, um das Erlebte emotional zu verarbeiten. Vielleicht hilft es dir, melancholische Liebeslieder zu hören. Oder traurige Filme zum Mitweinen anzusehen.

Es ist in Ordnung: Du darfst traurig sein. Und du darfst auch weinen. Wichtig ist nur, dass du in dieser Situation nicht verharrst.

3 Experten Strategien: Was wirklich funktioniert

Du fragst dich vermutlich, welche dieser Methoden am besten funktioniert. Psychologen der University of Missouri St. Louis haben sich ebenfalls mit dieser Frage beschäftigt. Dabei haben die Experten 24 Studienteilnehmer zwischen 20 und 37 Jahren begleitet.

Alle hatten eine Langzeitbeziehung von mindestens zweieinhalb Jahren hinter sich und litten unter Liebeskummer.

Die Wissenschaftler teilten die Probanden in vier Gruppen ein:

  • Gruppe 1 sollte negativ über ihre Ex-Partner denken.
  • Gruppe 2 wurde dazu ermutigt, ihre Gefühle aufzuarbeiten. Die Probanden sollten erkennen, dass ihre Liebe etwas Schönes ist.
  • Gruppe 3 sollte sich von ihrem Herzschmerz ablenken.
  • Gruppe 4 erhielt keine Strategie.

In dem Experiment zeigten die Forscher den Studienteilnehmern Bilder ihrer Ex-Partner. Dabei untersuchten sie die Gefühlsregungen mit Hilfe eines EEG.

Ergebnis: Alle drei Strategien funktionieren! Sie senken die emotionale Reaktion der Verlassenen auf die Fotos.

Setze am besten die Strategie ein, mit der du dich am wohlsten fühlst. Oder kombiniere unterschiedliche Methoden.

Die Vorgehensweisen haben unterschiedliche Vor- und Nachteile, die für dich von Bedeutung sein können:

  • Mit der ersten Methode, negativ über den ehemaligen Beziehungspartner zu denken, verringert sich der Liebeskummer. Allerdings bleiben negative Gefühle übrig.
  • Die Liebe trotz Scheitern als positiv wahrzunehmen, reduziert den Liebeskummer. Den Probanden gelingt es, positiv an die gemeinsame Zeit zurückzudenken.
  • Ablenkung hatte keinen Einfluss auf die Gefühle gegenüber dem ehemaligen Liebespartner. Aber die Verlassenen fühlten sich zufriedener.

Was für dich am besten funktioniert, hängt vermutlich davon ab, was du für ein Liebeskummertyp bist. Bestimmte Methoden sind für dich geeigneter als andere. Dazu kommen wir jetzt.

Wie gehst du mit Trennungsschmerzen um?

Welche Liebeskummertypen gibt es?

Menschen sind Individuen. Jeder verarbeitet Verlusterfahrungen anders. Trotzdem lassen sich fünf Liebeskummertypen herauskristallisieren. Sie zeigen, wie du tendenziell mit dem Verlust deines Lebensgefährten umgehst.

Wir geben für jeden Liebeskummertyp individuelle Tipps, die dir in dieser schwierigen Zeit helfen können, die vier Liebeskummerphasen zu durchlaufen.

Der realistische Typ

Du lässt dir nach außen nicht anmerken, wie schlecht es dir geht. Stattdessen demonstrierst du Stärke. Deine Arbeit und deinen Alltag erledigst du wie gewohnt. Deinen Mitmenschen gegenüber verhältst du dich, als sei alles in Ordnung. Wer dich nicht besser kennt, merkt dir nichts an.

Zum einen möchtest du dein Umfeld nicht mit deinen persönlichen Sorgen belasten. Zum anderen bist du realistisch und bodenständig. Auch wenn du nach der Trennung von deinem bisherigen Partner trauerst, weinst und leidest. Du weißt, dass dein Liebeskummer irgendwann von selbst verschwindet. Das Leben geht weiter.

Dir ist bewusst, dass die kommende Zeit schwer wird. Aber nur deine deine wichtigsten Vertrauenspersonen wissen, wie es in dir aussieht. Vor ihnen kannst du dich öffnen. Zur Last fallen möchtest du ihnen allerdings nicht.

Tipps zum Umgang mit Liebeskummer

  • Nimm dir Zeit, über deine Beziehung nachzudenken. Achte darauf, dass du deine Gefühle nicht verdrängst.
  • Zieh bewusst Menschen, die dir nahestehen, ins Vertrauen. Keine Sorge: Du belästigst sie nicht. Sie möchten vermutlich gern für dich da sein und dir zur Seite stehen.
  • Traurige Liebeslieder oder Liebesfilme können dir dabei helfen, deine Gefühle herauszulassen.

Der leidende Typ

Die Trennung von deinem Freund stürzt dich in eine tiefe Krise. Du weißt nicht, wie du damit fertig werden sollst. Schließlich war diese Partnerschaft der Mittelpunkt deines Lebens. Deinen Partner hast du als zweite Hälfte deiner Seele betrachtet. Jetzt ist diese Einheit zerstört.

Es gelingt dir kaum noch, deinen Alltag zu bewältigen. Manchmal überkommen dich deine Gefühle in „unpassenden“ Momenten. Es kann passieren, dass du beispielsweise an der Supermarktkasse oder vor Kunden in Tränen ausbrichst.

Dein Selbstwertgefühl liegt am Boden. Du fühlst dich emotional zutiefst verletzt. Du fragst dich, warum du es ihm plötzlich nicht mehr wert bist und was du falsch gemacht hast.

Tipps zum Umgang mit Liebeskummer

  • Um dich nicht in deiner Trauer zu verlieren, brauchst du Unterstützung von Familienmitgliedern und Freunden. Sprich mit Menschen, denen du vertraust.
  • Nutze jede Möglichkeit, um dich abzulenken.
  • Versuche, dich durch Aktivitäten mit anderen Menschen aufzuheitern. Tritt einem Verein bei, belege einen Kurs an der Volkshochschule oder engagiere dich politisch oder ehrenamtlich. Hauptsache, du kommst auf andere Gedanken. Wichtig ist, dass du im Alltag positive Momente erlebst. Bei dir ist es wahrscheinlicher, dass aus Liebeskummer und Trennungsschmerzen eine Depression entsteht.
  • Um dein Selbstwertgefühl wieder aufzubauen, kann eine Typveränderung hilfreich sein: Lass dich beraten! Eine neue Frisur und ein neues Outfit tun dir vermutlich gut.
  • Falls du dich mit diesem Liebeskummertyp identifizierst, brauchst du möglicherweise psychologische Hilfe. Sprich mit deinem Hausarzt, wenn du merkst, dass du nicht aus eigener Kraft über den Verlust deines Liebespartners hinwegkommst.

Der wütende Typ

Wut ist eine starke Emotion, die viel Kraft freisetzt. Wenn du zu diesem Liebeskummertyp gehörst, ärgert dich vor allem eins: die Ungerechtigkeit. Du fühlst dich emotional gekränkt und in deinem Stolz verletzt. Das kann zu Hassgefühlen gegenüber deinem Ex-Partner führen. Vielleicht möchtest du es ihm heimzahlen, dich rächen, ihm das Leben schwermachen.

Wenn diese oder ähnliche Fantasien deine Gedanken beherrschen, lass dich bitte nicht dazu hinreißen, deinen Ex zu stalken. Vermutlich tust du sonst etwas, was du später bereust.

Nutze lieber die produktive Kraft der Verärgerung: Investiere deine Energie in deine Arbeit oder in ein neues Projekt.

Tipps zum Umgang mit Liebeskummer

  • Power dich im Sport richtig aus. Falls du bisher eher ein Couch-Potato warst, ändere das. Gut geeignet ist Boxen. Dabei kannst du deine ganze Wut herauslassen und dich richtig abreagieren. Wenn deine Emotionen nachlassen, kannst du zu einer Ausdauersportart wechseln oder dich in einem Mannschaftssport versuchen. Vorteil: Du bist mit anderen Menschen zusammen und kommst auf andere Gedanken.
  • Schreib deinem Ex einen Brief. Sag ihm darin alles, was dir auf der Seele brennt. Unzensiert. Diesen Brief schickst du anschließend nicht ab! Es geht nur darum, dass du die aufgestaute Wut herauslassen kannst.
  • Lenke deine Wut produktiv um. Starte etwas Neues. Mach dich selbstständig. Fang ein neues Hobby an oder setze deine Kraft ein, um dich für einen guten Zweck zu engagieren. Dadurch erlebst du deinen Input als hilfreich und kommst von den Gedanken an deinen Ex weg.

Der akzeptierende Typ

Als akzeptierender Typ bist du ruhig und selbstbewusst. Du kannst aus der Situation heraus einen Schritt zurücktreten und dir aus der Vogelperspektive deine gescheiterte Beziehung anschauen.

Du erkennst, dass dein ehemaliger Partner nicht der Richtige für dich ist. Dir ist bewusst, dass es nichts bringt, an ihm zu klammern. Gefühle und Harmonie lassen sich in einer Partnerschaft nicht erzwingen. Du weißt, dass er sich keine gemeinsame Zukunft mehr mit dir vorstellen kann. Dir ist bewusst, dass dein Glück woanders liegt.

Obwohl du all das feststellst und erkennst, leidest du emotional unter der Trennung. Du akzeptierst zwar, dass es vorbei ist. Der Schmerz ist trotzdem oft kaum auszuhalten. Du brauchst Zeit, um die gescheiterte Beziehung zu verarbeiten.

Tipps zum Umgang mit Liebeskummer

  • Überlege, welche Fehler du in der Beziehung gemacht hast und welche auf sein Konto gehen.
  • Denke daran, was in eurer Beziehung schlecht gelaufen ist. Was hat dich oft geärgert und enttäuscht? Wo hättest du dir von ihm „mehr“ gewünscht? Durch diese intensive Auseinandersetzung merkst du, dass deine Erwartungen in der Beziehung vielleicht nicht erfüllt wurden. Mit einem anderen Partner hast du möglicherweise diese Chance.
  • Begib dich bewusst in soziale Situationen. Der Kontakt zu anderen Menschen hilft dir, den erlittenen Verlust zu verarbeiten. Sprich mit deinen Freundinnen oder vertrau dich einem Familienmitglied an. Auch neue Kontakte zu knüpfen, ist hilfreich.

Der verdrängende Typ

Als Angehörige dieses Liebeskummertyps beschäftigst du dich wenig oder sogar gar nicht mit deinen Gefühlen. Du unterdrückst den Schmerz und ignorierst die erlittene emotionale Verletzung. Außerdem ist Ablenkung dein zweiter Vorname. Vielleicht stürzt du dich ins Nachtleben, suchst Single-Partys auf oder trinkst zu viel.

Du möchtest das Geschehene um jeden Preis vergessen.

Selbst wenn das Ende deiner Beziehung noch nicht lange zurückliegt, bist du an Sexpartnern und einer neuen Beziehung interessiert.

Da du dich nicht mit deinen Gefühlen auseinandersetzt, dauert es lange, bis du die Erfahrung verarbeitet hast. In schwachen Momenten überkommen dich aus dem Nichts Gefühle der Einsamkeit und der Trauer. Du hast keine Ahnung, wie du damit umgehen sollst. Dich überfordern diese Emotionen. Du möchtest sie schnellstmöglich loswerden.

Da du deine Gefühle prinzipiell wegschiebst, fällt es dir schwer, dich einem neuen Liebespartner zu öffnen. Du hältst einen Teil von dir zurück, um nicht erneut verletzt zu werden. Durch das fehlende Vertrauen schließt du Nähe und Intimität aus. Das sind vermutlich schlechte Startbedingungen für dein neues Liebesverhältnis.

Tipps zum Umgang mit Liebeskummer

  • Stell dich deinen Gefühlen, zumindest von Zeit zu Zeit. Traurige Liebeslieder können dich mit deinen Emotionen in Kontakt bringen. Lass deine Tränen zu. Es klingt paradox: Aber genau damit kannst du deinen Liebeskummer besonders effektiv bekämpfen. Er verschwindet, wenn du ihm den nötigen Raum gibst.
  • Sprich über das Ende deiner Beziehung und deine Emotionen. Versuche, in Worte zu fassen, was in dir passiert. Falls dein Vertrauen gegenüber deiner Familie und deinen Freunden dazu nicht reicht, schreib Tagebuch. Niemand muss deine Einträge lesen.
  • Vermeide Sex, Alkohol und Drogen. Sie lenken dich ab, aber du setzt dich nicht mit dem Erlebten auseinander. Durchbrich dieses Muster. Erst wenn du einen Weg findest, um deine gescheiterte Beziehung zu durchdenken, bist du wirklich offen und bereit für einen neuen Mann.

Welcher Liebeskummertyp bin ich?

Du bist nicht sicher, welcher Liebeskummertyp du bist? Denke am besten an deine früheren Beziehungen: Wie hast du es geschafft, mit dem Verlust fertig zu werden und deinen Liebeskummer hinter dir zu lassen? Möglicherweise fällt dir ein gewisses Muster auf.

Vielleicht hast du meist gearbeitet wie ein Tier. Oder du hast die Zeit nach dem Beziehungsende genutzt, um ein Projekt anzugehen, was dir unter den Nägeln brannte? Dann könntest du ein realistischer oder ein verdrängender Typ sein. Möglicherweise hast du dich wochenlang weinend verkrochen. Das spricht dafür, dass du zum leidenden Typ neigst.

Die meisten Menschen sind Mischtypen. Wenn du dich also nirgends zu hundert Prozent siehst, ist das auch in Ordnung. Dann orientiere dich an den Tipps zu den Typen, die am ehesten auf dich zutreffen.

Ihr Liebeskummer ist endlich vorbei

Wann ist der Liebeskummer endlich vorbei?

Manche sagen, eine Beziehung zu verarbeiten dauert doppelt so lang wie sie gehalten hat. Der Psychiater Günther H. Seidler nennt für Liebeskummer einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren. Allerdings verarbeiten Menschen Verlust unterschiedlich. Vielleicht geht es bei dir schneller oder du benötigst mehr Zeit.

Das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • Wenn du ein sehr unabhängiger Mensch bist, fällt es dir vermutlich leichter, eine Trennung zu verarbeiten. Das ist meist der Fall, wenn du zu dem akzeptierenden oder dem realistischen Liebeskummertyp gehörst.
  • Hast du dein Leben sehr stark oder vollständig an deinem ehemaligen Geliebten ausgerichtet? Dann brauchst du wahrscheinlich länger, um über ihn hinweg zu kommen. Das gilt in der Regel für Menschen, die zum leidenden, wütenden und verdrängenden Liebeskummer Typ gehören.
  • Hattet ihr gemeinsame Zukunftspläne und der Verlust kam aus dem Nichts? Dann wirft dich das Beziehungsende besonders stark aus der Bahn.

Setz dich am besten nicht unter Druck: Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Achte allerdings darauf, dass du dich mit dem Ende deiner Beziehung konstruktiv auseinandersetzt. Nimm dir Zeit zum Trauern. Aber versinke nicht in deiner Verzweiflung.

Wenn du allein mit der Situation überfordert bist, wende dich an einen Experten. Das kann ein Beziehungsexperte sein, der dir im direkten Gespräch weiterhilft. Oder lass dich von deinem Hausarzt an einen Psychologen oder Therapeuten überweisen.

Wir wünschen dir viel Kraft und hoffen, dass dir unsere Tipps helfen können. Du bist es wert, von der richtigen Person geliebt zu werden!

Liebeskummer überwinden: Strategien für jeden Liebeskummertyp
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