Wie fühlt sich Liebe an?

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Wenn die erste Verliebtheit verfliegt, kehrt der Alltag ein. Die Schmetterlinge im Bauch weichen der Routine. Ihr habt weniger Zeit füreinander. Dazu kommen gelegentliche Konflikte und Streitereien. Irgendwann fragst du dich vielleicht, ob das wirklich die große Liebe ist, von der du dein Leben lang geträumt hast. Sollte er dich nicht auf Händen tragen, die zweite Hälfte deiner Seele sein und deinem Leben einen Sinn geben?

Wir enthüllen falsche Vorstellungen von der Liebe.

Überraschung: Wahre Liebe ist viel stiller, mächtiger und umfassender, als du möglicherweise denkst. Wie sich Liebe anfühlt? Das verraten wir dir hier!

In Liebesromanen klingt alles ganz einfach. Die blutjunge wunderschöne Heldin begegnet einem Mann und du als Leserin weißt sofort: Der ist es! Bis die Protagonistin und ihr Mr. Right zusammenfinden, gibt es allerlei Missverständnisse, Hindernisse, Irrungen und Wirrungen. Schließlich sollst du beim Lesen ordentlich mitfiebern. Am Ende siegt die Liebe.

Nach dem Happy Ending klappst du das Buch wieder zu. Keine Frage: Die beiden Romanfiguren haben das große Glück gefunden.

Aber wie sieht es bei diesem Traumpaar nach zwei, fünf, zehn oder fünfzehn Jahren aus? Schweben sie nach wie vor auf Wolke Sieben? Die meisten Autoren drücken sich davor, Liebesgeschichten weiterzuerzählen. Das hat einen Grund: Wahre Liebe ist etwas Warmes, Ruhiges, Vertrautes. Und zutiefst Undramatisches.

Es geht in der Liebe nicht um Silvester in New York, Küsse unterm Regenschirm und den besten Sex der Welt. Es geht um den ganz gewöhnlichen Alltag.

Also wie fühlt sich das tägliche Miteinander mit einem liebevollen Partner an?

Wie sich Verliebtheit anfühlt

In der Realität ist es komplizierter als in Liebesgeschichten. Genau wie deine Roman-Heldin lernst du jemanden kennen. Du bist dir deiner Gefühle vielleicht sicher. Er zweifelt eventuell noch. Ob ihr am Ende ein Paar werdet, steht in den Sternen. Selbst wenn im Hintergrund jemand an den Schicksalsfäden zieht, hast du keine Ahnung, in welche Richtung es geht.

Liebe fühlen

Frisch verliebt gibt es für dich nichts Wichtigeres als deinen neuen Freund. Dein Inneres ist erfüllt von einem kaum zu beschreibendem Glücksgefühl. Am liebsten würdest du die ganze Welt umarmen. Alles fühlt sich überwältigend an. Du möchtest jeden freien Moment mit deinem Schatz verbringen. Ihn berühren. Ihm nahe sein.

Du bist knallwach. Schlaf? Essen? Brauchst du nicht.

Unlösbare Probleme? Gibt es nicht. Hauptsache, du bist bei ihm.

Werden deine Gefühle erwidert, fühlst du dich stark, selbstbewusst, unwiderstehlich und sexy. Du liebst und wirst geliebt. Komplimente, Anerkennung, Berührungen, all das tut unglaublich gut. Ein gewaltiger Boost für das Ego!

Das wird noch verstärkt, wenn ihr gemeinsam unterwegs seid. Anerkennung bekommst du nicht nur von ihm, sondern auch von zahllosen Menschen, die euch zusammen sehen.

Dazu kommt die körperliche Wertschätzung: Egal, wie schön du bist, mit deinem Körper bist du vermutlich nicht zufrieden. Richtig? Die meisten Frauen gehen hart mit sich ins Gericht. Lustvolle und zärtliche Berührungen bringen deinen inneren Kritiker zum Schweigen. Es gibt jemanden, der dich liebt, der dich will und der dich begehrt.

Es ist das beste Gefühl der Welt!

Wenn die Liebe nicht erwidert wird

Doch nicht jede Verliebtheit bedeutet automatisch Glück. Möglicherweise sehnst du dich nach einem Mann, der deine Gefühle nicht teilt. Unerwiderte Liebe tut unglaublich weh. Emotional schwankst du vermutlich zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Dann fühlt sich das Verliebtsein an wie eine offene Wunde. Es schmerzt, an den geliebten Menschen zu denken oder ihm zu begegnen und zu wissen: „Er liebt mich nicht.

Dann geht die Suche nach dem Richtigen und der besonderen Liebe weiter.

Wie fühlt sich Liebe an nach Jahren?

Wenn du in einer längeren Liebesbeziehung bist, verstehst du: Die anfängliche Verliebtheit hält nicht ewig. Irgendwann verschwindet die rosarote Brille. Die Hormone beruhigen sich und der Alltag kehrt ein.

Möglicherweise rast dein Herz trotzdem noch, wenn er dich ansieht. Vielleicht elektrisieren dich seine Berührungen selbst nach Jahren noch wie am ersten Tag. Oder du kannst dich noch genau hineinversetzen, wie sich eurer erster Kuss angefühlt hat.

Ebenso ist es möglich, dass eure Lust aufeinander nachlässt.

Dann seid ihr gefragt, euch aktiv um ein aufregendes Sexualleben zu kümmern. Dafür ist es wichtig, körperlicher Intimität einen festen Platz einzuräumen. Seid kreativ und probiert etwas Neues aus! Ein Vorteil gegenüber dem Verliebtsein: Nach einer Weile wisst ihr, wie ihr nackt ausseht und (hoffentlich) was euch im Bett gefällt. Vielleicht habt ihr heimliche erotische Wünsche, die ihr bisher voreinander verborgen habt?

Das Geheimnis lang andauernder Partnerschaften besteht darin, den anderen Menschen stetig neu zu entdecken.

Tiefe Liebe ist etwas Wunderschönes. Du kennst deinen Partner. Seine Gewohnheiten, seine Art zu denken, zu reagieren und mit Schwierigkeiten umzugehen. Er zeigt sich dir, ohne sich zu verstellen. Du kennst seine besten und seine schlimmsten Eigenheiten. Seine Stärken und seine Verletzlichkeit. Umgekehrt ist es ebenso. Vor ihm darfst du einfach du selbst sein.

Vertrauen und Vertrautheit geben euch Sicherheit. Genau das macht euch beide frei. Liebe fühlt sich womöglich nach Geborgenheit und „Ankommen“ an.

Eure Partnerschaft ist gewissermaßen eine Schutzzone, von der aus ihr euch weiterentwickelt, Neues wagt und eure Träume und Ziele verwirklicht. Das können gemeinsame, aber auch eigene Ziele sein.

5 falsche Vorstellungen von der Liebe

Manche Vorstellungen halten sich hartnäckig. Das haben wir Hollywood-Romanzen und Liebesromanen zu verdanken. Die wichtigsten Fehlannahmen haben wir hier für dich zusammengestellt. Vielleicht ertappst du dich dabei, das eine oder andere selbst zu denken.

Kann man Liebe fühlen wie in Liebesromanen

  1. Du brauchst deinen Partner wie die Luft zum Atmen

Was im ersten Moment vielleicht klingt wie eine Liebeserklärung, ist nichts anderes als ein Ausdruck von Abhängigkeit. Seine starke Arme geben dir Schutz und Geborgenheit. Wenn du traurig bist, findest du bei deinem Liebsten Trost. In schweren Zeiten steht er hinter dir. All das ist wunderbar. Allerdings solltest du deinen Freund nicht brauchen, um dein Leben zu meistern.

Du bist für dich selbst verantwortlich. Unabhängigkeit ist in einer Liebesbeziehung sehr wichtig. Du solltest deinen Partner nicht nötig haben wie ein Bergsteiger den Sauerstoff.

Zu lieben bedeutet, dass du deinen Schatz um seiner selbst willen ausgewählt hast. Nicht, weil du ums Überleben kämpfst und irgendjemanden an deiner Seite brauchst, sondern weil er ein wunderbarer Mensch mit liebevollen Charakterzügen ist.

Es geht darum, den anderen Menschen wahrzunehmen.

  1. Du opferst dich selbstlos für ihn auf

Selbstlosigkeit ist eine Gefahr für deine Beziehung. Das klingt vermutlich wie ein Widerspruch. Sollte wahre Liebe nicht selbstlos sein? Nein. Zu lieben bedeutet zu geben und zu nehmen. Das ist keine Einbahnstraße. Du hast eigene Bedürfnisse. Wenn du deinen Freund liebst, tust du vermutlich alles, um ihn glücklich zu machen. Wenn er dich ebenfalls liebt, möchte er dasselbe für dich tun.

Allerdings unterscheiden sich eure Bedürfnisse möglicherweise. Das ist kein Problem. Wichtig ist, dass ihr beide auf eure Kosten kommt. Merkst du, dass du zu kurz kommst, sprich mit ihm über deine Wünsche und findet gemeinsam eine Lösung. Sonst opferst du dich für ihn auf, in der Hoffnung, dass er das wahrnimmt – und von sich aus anfängt, sich zu revanchieren.

Sollte das Entgegenkommen von seiner Seite ausbleiben, machst du ihm vermutlich irgendwann Vorwürfe. Es macht dich nicht glücklich, wenn du deine Bedürfnisse und Wünsche vollkommen ausklammerst.

Lieben bedeutet, füreinander da zu sein.

  1. Du brauchst deinen Partner, um vollständig zu sein

Es klingt romantisch. Der Mann an deiner Seite ergänzt dich und vervollständigt das, was dir fehlt. Die Herausforderung dabei – wenn du ihn als Teil deiner Selbst begreifst, verschwimmen die Grenzen zwischen dem Ich und dem Du. So schön sich das in Liebesromanen liest: In der Realität heißt das, du ignorierst seine Wünsche, Bedürfnisse und seine Eigenständigkeit.

Vielleicht möchtest du alles mit deinem Schatz gemeinsam machen. Das setzt allerdings voraus, dass ihr die gleichen Interessen und Hobbys habt. Auch das kann schwierig werden. Ist es tatsächlich möglich, dass ein einziger Mensch dir alles gibt, was du brauchst? Kannst du tatsächlich jedes Bedürfnis, das er hat, erfüllen?

Vermutlich nicht. Das ist nicht schlimm, denn dafür habt ihr beide sicherlich andere Menschen in eurem Leben: Familie, Freunde und Kollegen.

  1. Dein Partner weiß von selbst, was du denkst

Zugegeben, manche Paare haben beinahe eine telepathische Verbindung. Sie vervollständigen gegenseitig ihre Sätze oder sagen im selben Moment die gleichen Dinge. Doch auch in sehr innigen Beziehungen ist Kommunikation wichtig. Verlass dich nicht darauf, dass dein Schatz alles weiß, was du dir wünscht oder was dir durch den Kopf geht.

Sonst bist du enttäuscht, wenn er nicht von sich aus darauf kommt, dass du gern das Wohnzimmer dekorieren möchtest. Oder dass du deinen Urlaub am Meer verbringen möchtest und nicht in den Bergen.

Liebe heißt, offen miteinander zu sprechen.

Durch Gespräche über euch, eure Wünsche, Gedanken und Ziele bleibt ihr miteinander in Kontakt. Das ist eine Grundvoraussetzung für langfristiges Glück in der Partnerschaft.

  1. Eifersucht heißt für dich, dass du deinen Partner liebst

Wenn er hinter einer hübschen Frau herschaut, bist du alarmiert. Du hast Angst, ihn zu verlieren. Die Sorge, dass er dich verlässt oder eine andere Frau ihn dir ausspannt, ist allgegenwärtig.

Das verrät ein schwaches Selbstwertgefühl. Du befürchtest, dass du nicht reichst. Eifersucht fühlt sich nicht nach Liebe an. Sie zeigt vielmehr deine Unsicherheit und mangelndes Vertrauen. Schlimmstenfalls fängst du sogar an, ihn zu kontrollieren.

Je mehr du deinen Partner einengst, desto mehr wird er vermutlich das Bedürfnis haben, auszubrechen.

Wie fühlt sich Liebe an

Die fünf Sprachen der Liebe: Lass deinen Freund deine Liebe fühlen

Der amerikanische Paar- und Beziehungsberater Gary Chapman beschreibt fünf Sprachen der Liebe, die dafür sorgen, dass wir uns geliebt fühlen. Daraus haben wir fünf Beziehungstipps abgeleitet. Sie können dich dabei unterstützen, eine Beziehung auf Augenhöhe mit deinem Liebsten zu führen.

  1. Geize nicht mit Lob und Anerkennung

Komplimente bringen deine Wertschätzung zum Ausdruck und lassen ihn besonders fühlen.

  1. Verbringt Zeit miteinander („Quality Time“)

Uneingeschränkte Aufmerksamkeit bedeutet eine hohe Beziehungsqualität. Das können gemeinsame Rituale, Ausgehen, Intimität oder gute Gespräche sein.

  1. Liebe zeigen durch kreative Geschenke

Überrasche deinen Schatz und erfülle ihm einen kleinen oder größeren Herzenswunsch.

  1. Hilf deinem Freund im Alltag

Hilfsbereitschaft und Unterstützung zeigen, dass ihr füreinander einsteht und zusammengehört.

  1. Nimm dir Zeit für Zärtlichkeit

Berührungen sind für viele Menschen ein stärkerer Liebesbeweis als jedes „Ich liebe dich“. Lass ihn deine Gefühle spüren.

Wie fühlt sich Liebe an?
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