Hattet ihr gerade einen unangenehmen Ehestreit? Es ist völlig normal, dass von Zeit zu Zeit unterschiedliche Auffassungen aufeinanderprallen. Streit kommt in jeder Ehen vor. Die Frage ist, wie du damit am besten umgehst. Wir geben Tipps, wie Auseinandersetzungen mit deinem Ehepartner auf respektvolle Weise gelingen.

Haare im Waschbecken. Achtlos hingeworfene Socken auf dem Fußboden. Ein überquellender Mülleimer. Gerätst du mit deinem Schatz wegen solcher Lappalien in Streit?

Dann geht es dir wie den meisten Paaren. Es sind kleine Aufreger wie diese, die zu einem Konflikt in der Ehe werden können. Irgendwann gibt ein Wort das andere. Im Nu bist du mit deinem Göttergatten in eine ernsthafte Auseinandersetzung verwickelt.

Streit gehört in einer Beziehung dazu. Das bedeutet nicht automatisch, dass eure Ehe kaputt ist. Oder dass ihr vor unlösbaren Eheproblemen steht. Allerdings ist Vorsicht geboten, wenn Streitigkeiten öfter lautstark eskalieren.

Das „Wie“ ist entscheidend:

  • Wie streitet ihr?
  • Verliert ihr den Respekt voreinander?
  • Hagelt es bei jedem Konflikt Vorwürfe?

Oder behaltet ihr in euren Streitereien ein gewisses Augenzwinkern? Mit Humor lassen sich schwierige Situationen leichter aushalten.

Bevor wir dazu kommen, wie du besser mit deinem Ehepartner streiten kannst, werfen wir einen kurzen Blick auf die häufigsten Streitursachen.

Möglicherweise findest du dich darin wieder.

Die 3 häufigsten Streitpunkte in der Ehe

Die Online-Partnervermittlung ElitePartner befragte rund 4.000 Frauen und Männer zu den häufigsten Gründen für Konflikte in ihrer Partnerschaft in einer repräsentativen Studie.

Drei Auslöser kamen besonders oft vor.

1. Streit wegen der Hausarbeit

Streitpunkt Nummer 1 dreht sich um die Hausarbeit. Unterschiedliche Sauberkeitsbedürfnisse führen bei Paaren oft zu Streit. Die befragten Männer nannten es mit 38 % als häufigste Streitursache.

Dabei geht der Streit meistens von Frauen aus: 47 % beginnen sogar deswegen einen Streit. Sieht es in deiner Partnerschaft ähnlich aus?

Hier kann eine klare Aufgabenverteilung helfen. Noch besser, falls ihr euch das finanziell erlauben könnt: Beschäftigt zusätzlich eine Haushaltshilfe. Das entlastet enorm.

2. Ablenkung durch Medien

Dein Partner schielt bei Gesprächen mit dir auf sein Smartphone? Der Fernseher scheint ihm wichtiger, als sich dir zu widmen? In Gedanken wirkt er geistesabwesend, weil er am Rechner beim Online-Shopping, Gaming oder Chatten ist?

Falls dich das nervt, bist du in guter Gesellschaft: Das stört viele Frauen massiv.

Ein Viertel aller Männer berichtet, dass sie wegen der Ablenkung durch technische Geräte regelmäßig mit ihrer Partnerin aneinandergeraten.

Auch hier helfen klare Regeln: Wenn ein wichtiges Gespräch ansteht, bitte deinen Partner, das Smartphone beiseite zu legen beziehungsweise Fernseher und PC kurz auszustellen.

3. Unpünktlichkeit und Geldsorgen

Platz 3 teilen sich gleich zwei Streitthemen: Unpünktlichkeit und finanzielle Schwierigkeiten. Bei 20 % der Befragten führen diese beiden Punkte zu Problemen.

Hier hilft nur Selbstdisziplin. Kommt dein Liebster dauernd zu spät? Falls er daran etwas ändern möchte, gibt es kleine Tricks. Er könnte einen Timer stellen oder sich seine Termine einfach mit einer Viertelstunde Vorlauf ins Handy speichern.

Aber: Da funktioniert nur, wenn er das auch wirklich will!

Bei Geldfragen sind Auseinandersetzungen kniffliger. Hier kommt es auf den Einzelfall an.

Weitere Streitpunkte:

Das ist längst nicht alles, was einen Ehestreit auslösen kann. Wahrscheinlich kommen in deiner Beziehung ebenfalls noch andere Dinge als Konfliktauslöser vor:

  • Familienmitglieder, besonders eure Schwiegereltern,
  • störende Angewohnheiten,
  • sein/dein Fahrstil beim Autofahren,
  • die persönliche Freiheit, wenn es um Aktivitäten außerhalb eurer Beziehung geht und
  • Karrierefragen.

Auslöser für einen Ehestreit

Warum Streit wichtig ist

Mach dir keine Sorgen, wenn du mit deinem Partner aneinander gerätst. Gewisse Reibungspunkte existieren in jeder Liebesbeziehung.

Nicht jeder harmlose Ehestreit mündet gleich in eine Ehekrise.

Es entlastet dich emotional, wenn du deine Gefühle rauslässt. Danach fühlst du dich besser. Schluckst du deinen Frust stattdessen dauernd herunter, eskaliert die Situation irgendwann richtig. Dann genügt ein Tropfen, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Außerdem zeigst du mit deiner Konfliktbereitschaft, dass dir deine Partnerschaft wichtig ist: Du möchtest ein bestehendes Problem lösen. Du lässt es nicht unter den Tisch fallen.

Dadurch gibst du deiner Beziehung die Chance, sich weiterzuentwickeln.

Beim Streiten lernt ihr euch außerdem besser kennen. Du kommst deinem Ehemann emotional nahe und erlebst, wie er wirklich tickt:

  • Was sind seine heimlichen Wünsche?
  • Was stört ihn?
  • Für was setzt er sich ein?
  • Wo liegen seine wunden Punkte?
  • Wie geht er mit dir um, wenn er für seine Belange kämpft?

Im Idealfall versöhnt ihr euch hinterher. Dann stärkt sich euer Vertrauen ineinander. Habt ihr sogar eine gemeinsame Lösung für euer Problem gefunden? Glückwunsch! In dem Fall ist euer Zusammenhalt hinterher sogar stärker als vorher!

Deine Beziehung hat nur dann langfristig eine Chance, wenn du dich mit deinem Liebsten emotional verbunden fühlst.

Dazu gehört es, Krisen gemeinsam – als Team – zu meistern.

Ehestreit: Wie sich das Beziehungsende ankündigt

Je emotionaler Streitigkeiten ausgetragen werden, desto gefährlicher ist Streit für deine Ehe. Überschlägt sich deine Stimme im Streit mit deinem Ehemann? Klingst du in deinen eigenen Ohren schrill?

Das ist ein Alarmzeichen.

Das deutet an, dass die Beziehung kaputt und die Ehe am Ende ist. Bei jedem dritten Paar folgt danach das Aus.

Zu diesem Ergebnis kommt Kurt Halweg, emeritierter Professor für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik an der Technischen Universität Braunschweig.

Er untersuchte das Streitverhalten von Paaren in einer Langzeitstudie. Anfang der 1990ger Jahre zeichnete er Paare in Streitsituationen mit der Kamera auf. Elf Jahre darauf hatten sich 32,5 % der Paare getrennt.

Was sie gemeinsam haben:

  • Männern gehen die Konflikte mit ihren Partnerinnen an die Nieren: Sie schütten vermehrt das Stresshormon Cortisol aus.
  • Bei Frauen schießt die Stimmfrequenz in die Höhe.

Wenn du dich darin wiederfindest, stellt sich die Frage: Ehe retten oder nicht? Durch ein anderes Verhalten im Streit kannst du vieles verändern.

Bleibt auch im Streit respektvoll

Wie verhalten bei einem Ehestreit? 3 Tipps für besseres Streiten

  1. Mach deinem Partner keine Vorwürfe. Vermeide besonders die Worte „immer“ und „nie“. Sätze wie: „Du hast nie Zeit!“ bringen euch nicht weiter. Sage lieber: „Ich würde echt gern mit dir zusammen Essen gehen/wegfahren/einen Filmabend verbringen.“ Mach einen konkreten Vorschlag oder äußere einen Wunsch.
  1. Bleibe respektvoll. Wildes Gefuchtel vor dem Gesicht deines Partners, genervtes Augenrollen, Beleidigungen oder ein höhnisches Grinsen zeugen nicht von Respekt. Höre deinem Mann in Ruhe zu. Fasse zusammen, was ihm wichtig ist. Zeige ihm, dass du seine Sichtweise verstehst. Dadurch fühlt sich dein Liebster wahrgenommen.
  1. Brich den Streit ab, wenn ihr euch im Kreis dreht. Manche Konflikte lassen sich nicht lösen. Dann ist es dann sinnvoll, zu akzeptieren, dass es keinen Kompromiss gibt. Akzeptiere die Situation, wie sie ist.

Fazit

Niemand streitet gern, schon gar nicht in der Partnerschaft. Wichtig ist es trotzdem. Nicht, dass du mit deinem Ehemann streitest ist ein Problem. Es geht vielmehr darum, wie ihr euren Ehestreit austragt. Wenn ihr respektvoll miteinander umgeht, ist eure Liebe nicht in Gefahr.

Liebst du deinen Mann nach wie vor? Möchtest du weiter mit ihm zusammenleben? Kannst du hinnehmen, dass es keine Konfliktlösung gibt?

Das sind die einzig wichtigen Fragen.

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Über den Autor

Darius Kamadeva - Beziehungsexperte

Darius Kamadeva ist Bestseller Autor und der führende Beziehungs- und Datingcoach deutschlands - speziell für Frauen. Auf seinem Youtube Kanal mit mehr als 90.000 Abonnenten hilft er mit seinen über 10 Jahren Erfahrung Frauen zu einer glücklichen Beziehung zu sich selbst und zu anderen zu kommen. Seine Arbeit, Frauen auf ihrem Weg die Heldinnen in ihrem Leben zu werden zu begleiten, ist bekannt aus TV, Radio & Youtube. Er bietet Online Kurse, Retreats, Seminare, Live Events, persönliche Coachings und Video Inhalte an, die Frauen zur Liebe ihres Lebens bringen.