Partnerschaft auf Augenhöhe – 9 Tipps für eine ausgewogene Beziehung

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Eine ausgewogene und glückliche Partnerschaft ruht auf mehreren Säulen. Ein wichtiges Merkmal ist die Augenhöhe, die ein intellektuelles und verständnisvolles Gleichgewicht produziert. Eine Beziehung auf Augenhöhe hat natürlich nichts mit der Körpergröße zu tun, sondern bedeutet: Beide sind gleich viel wert.

Sie respektieren sich gegenseitig, keiner versucht, den anderen zu dominieren. Doch wie erreichst du in deiner Partnerschaft diesen Zustand?

Welche Voraussetzungen sind notwendig, damit du dem Mann oder der Frau an deiner Seite gleichwertig begegnen kannst? Ein völliges Gleichgewicht ist ohne Arbeit an der Partnerschaft und ohne Zugeständnisse sowie Einsicht nur schwer möglich. Du kannst aber etliche Tipps nutzen, um die Liebe dauerhaft zu erhalten.

Eine offene, ehrliche und wertschätzende Kommunikation gehört ebenso dazu wie das Bewusstsein, dass sich zwei Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und Herkunft aus Liebe gemeinsam für ihre Zukunft entscheiden.

Das Pärchen ist glücklich zusammen

Partnerschaft Deluxe mit diesen 9 Tipps

1. Was zeichnet eine ausgewogene Partnerschaft aus?

Eine gute, ausgewogene Beziehung erkennst du an der Gleichberechtigung und der Gleichwertigkeit. Aufgaben und Pflichten, die sich durch das Zusammenleben und eventuell gemeinsame Kinder ergeben, sind gerecht verteilt.

Ihr begegnet euch mit Respekt, Wertschätzung, Anerkennung und Toleranz. Wie sich diese Punkte erreichen lassen, erklären wir nachfolgend.

Ideale Voraussetzungen für eine Partnerschaft auf Augenhöhe haben Paare mit einem ähnlichen sozialen und intellektuellen Hintergrund sowie einem ähnlichen Status im Berufsleben. Wenn sich zwei Menschen mit stark abweichenden Voraussetzungen ineinander verlieben, ist die Herausforderung größer.

Trotzdem: Auch dann ist Augenhöhe möglich, denn eine wichtige Eigenschaft liegt in deinem Charakter. Wenn du grundsätzlich bereit bist, andere Menschen zu achten und zu respektieren, ganz egal, was sie darstellen, stehen die Chancen gut.

Keiner fühlt sich überlegen oder unterlegen, beide sind ebenbürtig. Unterschiede im Wesen und im Verhalten sorgen zudem dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

Das Paar liebt sich

2. Liebt euch selbst!

Ein gesundes Selbstwertgefühl ist ein wichtiger Faktor, damit Partnerschaften gelingen. Du bist dir selbst darüber im Klaren, was du kannst, wer du bist und was du möchtest. Nicht zu verwechseln mit einem übersteigerten Selbstbewusstsein, das manchmal als Arroganz gedeutet wird!

Wenn du deine innere Mitte gefunden hast, hast du gute Voraussetzungen, um auch in einer Beziehung Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit zu erreichen. Die innere Reife ist ebenfalls entscheidend.

Keine Sorge, damit ist kein abgeklärtes, konservatives Verhalten gemeint. Vielmehr geht es darum, dass du überlegt handelst und sichere Entscheidungen triffst. Es ist gut, wenn du dich selbst so akzeptierst, wie du bist.

Vermutlich gibt es einige Punkte, bei denen du unsicher bist – vielleicht bist du unzufrieden mit deiner Figur oder du findest andere vermeintliche Schwachstellen. Diese Gedanken sind aber höchstwahrscheinlich unbegründet.

Ruf‘ dir gern Folgendes in Erinnerung: Dein Partner hat sich in dich verliebt.

In deine Ausstrahlung, dein Aussehen und in deine Persönlichkeit. Es besteht also gar kein Grund, sich unnötige Sorgen zu machen.

3. Nutzt bewusste Kommunikation für eine gemeinsame Basis

Stell‘ dich nicht über deinen Partner

Wenn sich einer von beiden Partnern überlegen fühlt und das auch deutlich zu erkennen gibt, ist die Partnerschaft in Schieflage. Dann besteht Rede- und Handlungsbedarf.

Die Gründe dafür können vielfältig sein: Dein/e Partner/in verdient zum Beispiel wesentlich mehr als du. Dann neigen manche dazu, nach dem Satz zu handeln: „Wer das Geld heimbringt, hat das Sagen.

Dabei berücksichtigt er/sie unter Umständen nicht, dass du einen Job hast, der in einer anderen Gehaltsklasse liegt. Oder du arbeitest z. B. wegen der Kindererziehung nur Teilzeit. Dann ist es deine Aufgabe, ihn/sie dafür zu öffnen, dass Haushaltsführung und Kindererziehung den Tag vollständig ausfüllen können. Du bist deshalb nicht weniger wert!

Sie fühlen sich gleichberechtigt in ihrer Beziehung

Erkenne und verlasse wiederkehrende Streitmuster

Finde heraus, wo die immer gleichen Streitpunkte und Konflikte liegen. Oder noch besser, findet es gemeinsam heraus! Es bringt meist nur wenig, wenn du weißt, mit welchen Punkten du unzufrieden bist. Diese Einsicht sollte auch dein Lebensgefährte haben.

Sucht miteinander das Gespräch, aber ohne Vorwürfe, sondern bleibt möglichst sachlich. Sätze wie: „Du machst immer…“ oder „Du bist ständig…“ führen dabei vermutlich zu Unverständnis und Rückzug. Sprich lieber davon, wie du dich fühlst und was du dir als Verbesserung wünschst.

Wer Wünsche und Probleme offen und ruhig kommuniziert, hat wahrscheinlich mehr Chancen auf eine Änderung als jemand, der häufig nörgelt.

Wenn die Gespräche zu einem positiven Ergebnis und in der Folge zu tatsächlichen Änderungen führen sollen, ist der richtige Zeitpunkt wichtig. Redet miteinander, aber nicht zwischen Tür und Angel, sondern wählt eine ruhige Phase.

Manchmal ist es sogar sinnvoll, einen gemeinsamen Termin zu vereinbaren. Das klingt geschäftlich, ist aber in der Praxis sehr hilfreich.

So könnt ihr mit einer guten Kommunikation stetig auftretende Streitpunkte aufdecken und reduzieren.

Implementiere Feedback- und Gesprächsregeln in deiner Partnerschaft

Gesprächsregeln sind ebenfalls erprobt: Lass dein Gegenüber ausreden, unterbrich nicht, versuche nicht, sofort das Gegenteil zu beweisen.

Zu den Tipps für eine gute Gesprächsführung gehört: Manchmal ist es besser, nicht schnell zu antworten, sondern erst einmal in Ruhe zu überlegen. Das reduziert die oft übliche „Angriffstaktik“ und kann ein besseres Gesprächsklima schaffen.

Vielleicht helfen euch Feedbackregeln. Fragt nach, wie eure Meinung ankommt. Wirst du richtig verstanden? Oder empfindet dein Gegenüber deine Äußerungen lediglich als „Meckern“ statt als Wunsch nach einer Verbesserung?

Sei offen und ehrlich zu dir und deinem Lebenspartner

Veränderungen finden nicht von heute auf morgen statt. Oft handelt es sich um eingefahrene Verhaltensweisen, die erst langfristig zu einer Verschlechterung in der Partnerschaft führen. Am Anfang der Beziehung sind die Kritikpunkte meist nicht offensichtlich.

Frisch verliebt erscheint alles im besten Licht. Erst die Dauer bringt oft Probleme mit sich. Die Herausforderung liegt oft darin, dass dein Bild vom Traumpartner und die Realität voneinander abweichen. Hier kann es dir helfen, dein Wunschbild zu hinterfragen. Akzeptiere ihn/sie so, wie er/sie ist. Wenn du das nicht kannst, dann sprich offen und ehrlich darüber.

Kommunizieren in Partnerschaft

4. Schenkt euch gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung

Die Zauberworte für eine ausgewogene Partnerschaft lauten: Den anderen und seine Haltung so annehmen, wie er ist, nicht verurteilen. Begegne deinem Gegenüber mit Anerkennung und Wertschätzung.

Das liest sich vielleicht einfacher, als es im täglichen Leben umsetzbar ist. In diesen Kriterien liegt aber der Schlüssel zur Lösung. Vielleicht hilft dir der Grundsatz weiter:

Handle stets so, wie du selbst behandelt werden möchtest

Ebenfalls gut: Wenn du Unterschiede akzeptierst und als Zeichen der Persönlichkeit betrachtest. Gleichmacherei in allen Belangen könnte zu einer Partnerschaft ohne spannende Momente führen.

Wer seine Frau oder seinen Mann bis ins Innerste kennt, weiß zwar, wo er im Streitfall Öl ins Feuer gießen kann. Das ist aber kein Weg zu einer erfüllenden, glücklichen Partnerschaft! Wenn ihr dagegen auch bei Auseinandersetzungen den anderen mit Wertschätzung behandelt, sind die Weichen gut gestellt!

Auch ganz einfache, praktische Mittel können dich dabei unterstützen.

Manche Paare verwenden eine Art Ampelsystem: Grün ist super, Gelb bedeutet „Vorsicht, du bist gerade dabei, eine Grenze zu überschreiten„, und Rot heißt „Stopp, bis hierher und nicht weiter, du verletzt mich, du butterst mich unter.„.

Versucht, Vereinbarungen zu finden, an die ihr euch beide haltet. Eine hundertprozentige Ausgewogenheit ist eher unwahrscheinlich, aber wenn Mann und Frau an einer wesentlichen Verbesserung der Qualität in der Partnerschaft interessiert sind, sind gemeinsame Absprachen enorm hilfreich.

Wertschätzung in Partnerschaften

5. Toleriert und respektiert euch bei unterschiedlichen Lebenseinstellungen

Trotz aller Bemühungen können Bereiche bleiben, in denen bei euch keine Einigung möglich ist. Deine Partnerschaft ist deshalb nicht zum Scheitern verurteilt. Wenn du erkennst, was sich nicht ändern lässt, sind Respekt und Toleranz die Zutaten für ein Rezept, mit dem du Dauerkonflikte in den Griff bekommen kannst.

Wahrscheinlich bist du viel zufriedener, wenn du bestimmte Verhaltensweisen deines Partners einfach akzeptierst.

Das gilt nicht bei einem rücksichtslosen Verhalten, mit dem du gar nicht zurechtkommst. Aber wenn es sich nur um eine Gedankenlosigkeit handelt, lohnt es sich, die Angelegenheit mit einem Schuss Humor hinzunehmen und nicht großartig aufzubauschen.

Toleranz ist auch ein gutes Mittel bei unterschiedlichen Meinungen und Ansichten, die keine Einigung zulassen.

Beispiel: Du wählst Partei XY, während er/sie ein Anhänger der Partei ABC ist. Es gehört zu den Grundrechten, solche Entscheidungen alleine zu treffen. Damit aus dem Wahlverhalten kein endloses Streitthema wird, fährst du wahrscheinlich besser, wenn das Thema ausgeklammert wird.

Diskussionen sind natürlich jederzeit erlaubt, denn gegensätzliche Meinungen und ein Austausch über verschiedene Ansichten können durchaus spannend und anregend sein!

Bleibt respektvoll im Umgang miteinander.

Das Paar liebt, respektiert & toleriert sich

6. Findet tragfähige Kompromisse in der Partnerschaft

Bei anderen Unterschieden, die der Ausgewogenheit im Weg stehen, lohnt es sich dagegen, einen guten Kompromiss zu finden.

Das trifft beispielsweise auf das Thema Ernährung zu. Du bist überzeugte Veganerin, während der Mann an deiner Seite öfter ein herzhaftes Stück Fleisch auf dem Teller haben möchte? Hier sind Kompromisse möglich! Es dürfte ihm nicht schaden, wenn er mehr Gemüse isst. Die Fleischbeilage kann er sich zusätzlich selbst zubereiten.

Wenn er/sie großen Wert auf Ordnung legt, der/die andere dagegen kreatives Chaos liebt, sind Streitigkeiten oft vorprogrammiert. Hier können Pläne für die Aufgabenverteilung in der gemeinsamen Wohnung helfen.

Du kannst ihn/sie nicht umerziehen, aber ihr könnt eine gemeinsame Basis finden. Zum Beispiel: Am Wochenende wird gemeinsam aufgeräumt und geputzt. Es gibt für jeden einen eigenen Bereich, in dem er seine persönlichen Vorstellungen von Ordnung umsetzen kann.

Wichtig: Beim Kompromiss geht es nicht darum, dass einer nachgibt und sich der andere auf Biegen und Brechen durchsetzt. Das wäre eher ein Machtkampf, bei dem es auf Dauer nur Verlierer gibt – oder möchtest du in einer Partnerschaft bleiben, wenn du immer benachteiligt bist?

Eine gute Beziehung bedeutet, dass Geben und Nehmen in einem ausgewogenen Verhältnis sind. „Geben“ kannst du auch mit „Nachgeben“ interpretieren. Das ist in Ordnung, wenn nicht immer nur einer nachgibt, vielleicht um des lieben Friedens willen.

7. Scheut nicht davor, euch Hilfe zu holen

Vielleicht legt er gern ein typisches Machoverhalten an den Tag oder sie mimt gern die Diva. Vermutlich hast du dich in das Modell „Raue Schale, weicher Kern“ oder „eigenwillig, manchmal launisch“ verliebt, was an sich nicht tragisch ist.

Kritisch wird es dann, wenn die Gefahr besteht, dass er/sie allein alle Entscheidungen trifft. Wenn einer Verhaltensweisen mit narzisstischen Zügen zeigt, ist die Ausgangslage ebenfalls nicht einfach. Narzissten neigen dazu, sich selbst extrem wichtig zu nehmen und möchten immer im Mittelpunkt stehen. Schwierig sind auch chronische Besserwisser und Menschen, die glauben, stets im Recht zu sein.

Das heißt nicht, dass solche Menschen nicht liebenswert sein können. Aber es ist viel Beziehungsarbeit notwendig, um ein Gleichgewicht zu erreichen. Wenn es euch aus eigener Kraft nicht gelingt, die Partnerschaft zu verbessern, kann Hilfe von außen sinnvoll sein.

Liebe kann vieles erreichen, aber manchmal ist ein professioneller Rat besser. Erfahrene Therapeuten und Mediatoren können dir die Unterstützung bieten, die du für eine erfüllte Partnerschaft brauchst.

Mit dem Partner oder der Partnerin besser kommunizieren

8. Bleibt in eurer Partnerschaft selbstständig

Eine ausgewogene Partnerschaft entsteht dann, wenn du deine Persönlichkeit und dein Selbstwertgefühl bewahrst. Erhalte dir deine Selbstständigkeit!

Du kannst allein Dinge unternehmen, ein eigenes Hobby haben und eigene Freunde. Der Anspruch, immer alles gemeinsam zu machen, kann eine Partnerschaft lähmen. Zwei eigenständige Menschen verlieben sich und möchten zusammenbleiben – das heißt nicht, dass du dein komplettes früheres Leben aufgibst!

Vielleicht entwickelt sich aus zwei bisherigen Cliquen ein gemeinsamer Freundeskreis. Und wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Dann behält eben jeder seine früheren Freunde, und ihr findet zusätzlich neue Freunde, die zu euch und eurem Lebensstil passen.

Sie liebt ihren Partner, sich selbst jedoch auch

9. Die Bestandsaufnahme: Wie zufrieden seid ihr mit eurer Partnerschaft?

Es lohnt sich, in regelmäßigen Abständen Bilanz zu ziehen. Selbstreflektion und gemeinsame Reflektion mit dem Partner können helfen, Konfliktpotenziale und Quellen der Unzufriedenheit herauszufinden und gemeinsam anzugehen.

Dabei können solche Fragen auf dem Programmstehen:

  1. Wie glücklich ist dein Partner, wie glücklich bist du selbst? (auf einer Skala von 1-10)
  2. Was könnt ihr ändern und verbessern, um eine glücklichere Partnerschaft zu haben?

Macht ein kleines Ritual daraus, betrachtet die „Beziehungsinventur“ als Spiel – wenn kein Zwang vorliegt, sondern eher der gemeinsame Wunsch, Schwierigkeiten zu erkennen und zu lösen, gelingt das Vorhaben wesentlich besser.

Partnerschaft auf Augenhöhe – 9 Tipps für eine ausgewogene Beziehung
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5 Kommentare

  1. Wow! Ich bin gerade mit meinem Partner im Flugzeug gewesen und da hatten wir ja keinen Empfang. Da haben wir uns die Fragen vorher geöffnet und sind sie im gesamten Flug von 2h einfach gegenseitig durchgegangen und haben einiges über uns erfahren – obwohl wir bereits über 5 Jahre zusammen sind. Voll schön! <3 Danke!

  2. Julia Voigt on

    Ja, da stimme ich vollkommen zu, dass es in einer Partnerschaft viele Kompromisse gibt. Wenn sich beide Partner lieben, dann finden sie auch gemeinsam die beste Lösung.

  3. Sophia Radam on

    Ich habe in einer Beziehung gelebt, wo der Partner sich immer über mir gefühlt hat und ich habe innerlich gelitten. Bis ich dann irgendwann den Mut hatte mich davon loszureisen, hat es aber sehr lange gedauert.

  4. Danke für diesen tollen Artikel!
    In meiner Beziehung lege ich viel Wert darauf, dass wir Respektvoll und Tolerant miteinander umgehen.