Seelenverwandt: Was es wirklich bedeutet – für euch und für dich!

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Wenn es um eine erfolgreiche Langzeitbeziehung geht, steht oft eine große Frage im Raum: Sind wir seelenverwandt? Und falls nicht: Ist das überhaupt nötig? Woher kommt dieser Wunsch nach dem ultimativen Partner? Und ist es überhaupt erstrebenswert?

Verantwortlich ist vermutlich William Shakespeare! Bei den vielen Theaterstücken auf dieser Welt wirkt kaum eines viele Jahrhunderte später noch derart nach, wie das von Romeo und Julia. Diese zwei, die sich gegen alle Widerstände finden, verlieben und unendlich verbunden fühlen, dass sie in höchst tragischer Weise aus dem Leben scheiden.

Eine solche tiefe Liebe zu erleben, berührt viele von uns – gestern, heute, morgen.

Sie sagt uns:

  • egal, was kommen mag,
  • was bisher schief lief,
  • wo wir gerade im Leben stehen,

da draußen ist sie – die große Liebe. Der eine Partner, für den wir bestimmt scheinen.

Unser Seelenverwandter!

Kein Hindernis hält Liebe auf, was Liebe kann, das wagt sie auch.
William Shakespeare – Romeo und Julia II, 2.

Seelenverwandtschaft in Beziehung

Seelenverwandschaft – Von der Tragödie ins richtige Leben

Dabei liegt die besondere Faszination zwischen Romeo und Julia wohl besonders in der Mischung aus großer Liebe und großer Tragödie. Durch sie können wir in unserem Wunsch bestärkt werden, dass es Verbindungen zwischen Menschen gibt, die besonders stark sind.

Sie finden uns und lassen uns fortan nicht mehr los.

Ihre Geschichte dient vielen als starkes Argument von Herzmensch gegen Kopfmensch.

Aber wir erleben auch, dass das große Glück vermeintlich auch Schattenseiten haben kann. Wir fragen uns: Haben Seelenverwandte die perfekte Beziehung oder steckt in ihr auch eine Kehrseite?

Ist sie für die große Liebe unabdingbar oder ein vieles verbauender Traum?

Bevor wir uns daran wagen, seelenverwandte Beziehungen zu umschreiben, besuchen wir doch einmal drei Paare:

  1. Anne und Stefan – ein Paar seit 20 Jahren, verheiratet seit 15 Jahren, zwei Kinder
  2. Clara und Ulli – seit 2 Jahren zusammen, unverheiratet, Clara ist geschieden und hat ein Kind
  3. Tanja und Mark – seit zwei Jahren geschieden, keine gemeinsamen Kinder

Seelenverwandte anhand von Beispielen

  • Seelenverwandt Paar 1:

Du bist zum Frühstück eingeladen. Und eigentlich noch müde, denn es ist am Abend zuvor echt spät geworden.

Jedoch haben Annes und Stefans Kinder alles andere als Ausschlafen im Sinn. Sie jagen sich durch die zweigeschossige Wohnung im Berliner Prenzlauer Berg und da alle wach sind, hat Anne den Kaffee aufgesetzt und auch der Toast verlockt unwiderstehlich mit seinem Duft.

Du kennst die beiden schon seit… ach, ewig! Das war allen klar, dass die beiden zusammenkommen werden.

Für dich waren sie irgendwie auch, seitdem du sie kennst, ein Vorbild. Während es bei dir viele Aufs und Abs gab, haben dir Anne und Stefan die Hoffnung gegeben, dass es sie gibt: Die große Liebe.

Nicht einen Tag haben die beiden ernsthaft gestritten, alles geht scheinbar spielerisch. Manchmal erwischst du dich, wie du denkst: Fast schon langweilig die zwei!

Und irgendwie auch unheimlich: Während du noch fleißig dabei warst, Männerherzen zu brechen, wusste Anne schon als Teenie, wann sie sich mal für Stefans Traum vom Auslandsstudium zurücknehmen musste und umgekehrt war Stefan schon als Schüler eine Stütze für Annes Projekte.

Die beiden haben das Wort „Trennung“ längst aus ihrem Wortschatz gestrichen. Du korrigierst dich: Wahrscheinlich war es da nie drin.

  • Seelenverwandt Paar 2:

Du bedankst dich für das leckere Frühstück bei Anne und Stefan und machst dich auf den Weg zu zwei Freunden in den Park.

Noch während du so bei dir denkst, ob dir dieses Glück einfach nicht vergönnt ist oder ob du so viel Harmonie gar nicht ertragen könntest, hörst du schon jemanden deinen Namen rufen.

Fast wärst du einfach an Clara und Ulli vorbeigelaufen. Du kennst sie von der Arbeit, wo sie sich kennengelernt haben. Sie die Regionalleiterin, er der neue Grafiker.

Beziehungen am Arbeitsplatz sind meist verpönt, wahrscheinlich auch bei dir. Eine Trennung wäre eine enorme Belastung für die Firma. Aber in der Sekunde, in der Ulli in die Firma kam, war es offensichtlich:

Der und Clara – das passt, die bekommen keine zehn Pferde mehr getrennt!

Clara machte damals eine richtig miese Scheidung durch und auch der Firma ging es damals nicht gut. Über eine Freundin erfuhr sie von Ulli, der sofort eine zündende Idee fürs Marketing hatte. Kaum eingestellt, haben die beiden nächtelang philosophiert und schnell ging es von den Sorgen der Firma über zu Claras Sorgen.

Ulli hatte bis dahin nur recht kurze Beziehungen, aber für Clara schien er wie gebacken. Seit fünf Jahren sind sie ein unschlagbares Team, ob auf Arbeit oder privat.

  • Seelenverwandt Paar 3:

Damit du dich im Park nicht wie ein drittes Rad am Wagen fühlst, haben Clara und Ulli auch Mark zum Picknick eingeladen, deinen Ex-Kollegen und guten Freund. Eigentlich fühlst du dich nicht Fehl am Platz, aber es ist wohl eher so, dass es Clara und Ulli peinlich ist, wenn sie glücklich sind und du bist es derzeit nicht.

Bist du wirklich unglücklich? Bevor du dich dieser Frage widmest, erzählt dir Mark von dieser neuen Juristin, die jetzt bei ihm gegenüber eingezogen ist.

Du machst dir erst gar keine Mühe, dir ihren Namen zu merken.

Es ist nicht so, dass Mark nur auf Abenteuer aus wäre. Er hat sogar recht oft feste Beziehungen gehabt. Aber meist, nach etwa einem Jahr, bist du wieder angerückt zum großen Trösten.

Dir gegenüber waren seine Partnerinnen hingegen ziemlich misstrauisch. Das waren sie aber grundsätzlich gegenüber allen Frauen, mit denen Mark eng befreundet war. Das lag aber vor allem an einer, von der er sich nie wirklich trennen konnte, mitunter stundenlang telefonierte und unentwegt von ihr erzählte: Tanja.

Wenn es den Begriff „On-Off-Beziehung“ nicht schon geben würde, hätten Mark und Tanja ihn erfunden.

Viele Frauen durften lernen, dass sie Tanja nicht vom Thron stoßen konnten und ihre Beziehung zu Mark als Wunschdenken verpuffte.

Einmal waren die beiden sogar für drei Jahre verheiratet. Aber das ist nun auch schon wieder etwas her.

Doch was Mark nicht weiß: Tanja ist wieder Single und möchte sich heute Abend unbedingt mit dir treffen. Scheinbar möchte sie Mark eine neue Chance geben!

Sind sie seelenverwandt?

Was bedeutet es „seelenverwandt“ zu sein?

Bevor wir uns näher mit den drei Pärchen beschäftigen, gehen wir kurz auf den Kern des Begriffes der „Seelenverwandtschaft“ ein. Zunächst einmal besteht es aus zwei Wörtern: Seele und Verwandtschaft.

Die Seele wird häufig beschrieben als das, was unseren biologischen Körper zum Leben erweckt. In ihr bündeln wir unsere Fähigkeiten für Emotionen und das Phänomen der Selbstwahrnehmung. Eine Seele zu haben, heißt zu leben, zu fühlen, zu sein.

Die Verwandtschaft ist häufig ein Synonym für die eigene Familie, insbesondere einer Großfamilie. Im Gegensatz zum Freundeskreis gibt es Redewendungen wie: „Blut ist dicker als Wasser“.

Es geht um eine Gemeinschaft, die sich nicht über gemeinsame Interessen oder eine reine emotionale Verbundenheit definiert, sondern zu der wir auf biologischer Art und Weise dazugehören. Ob wir wollen oder eben nicht.

Zusammengesetzt ergibt die Seelenverwandtschaft eine Kombination aus Empfindsamkeit und Zugehörigkeit.

Es geht um eine Verbindung, die seit jeher existiere und für die Ewigkeit bestimmt sei.

Vermutlich kennst du diese Grundlagen einer guten Beziehung:

  • gemeinsame Interessen
  • empfundene Nähe
  • geteilte Perspektiven
  • Lust bzw. Verlangen

Bist du mit deinem Partner seelenverwandt, orientiert sich deine Beziehung meist an anderen Merkmalen.

Sie ist beispielsweise eher geprägt von:

  • einer Verbundenheit auf emotionaler Ebene
  • einem nahezu blinden Verständnis, auch nicht-verbaler Kommunikation
  • womöglich zueinander passenden Sternzeichen
  • eine gefühlt schicksalhafte und prägende Zeit

Unseren Seelenverwandten können wir auch abseits von den vermeintlich klassischen Gemeinsamkeiten finden.

Was sagen uns die Sternzeichen über unseren Soulmate?

Da wir wohl von einem höheren Level sprechen können, lohnt auch ein Blick in die Astrologie.

Du wirst wahrscheinlich unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema finden.

Vielleicht hast auch du schon Aussagen gehört wie

„Ach du bist Stier, ja dann ist es kein Wunder, dass ihr so gut zusammen passt, wenn dein Partner eine Jungfrau ist.“

oder

„Paul und Sabine streiten sich so häufig. Sehen die beiden nicht, dass sie nicht füreinander gemacht sind? Das ist doch ganz eindeutig: Er ein Skorpion und sie ein Widder. Das kann gar nicht gut gehen.“

Besonders die Menschen, die sich intensiv mit der Sterndeutung auseinandersetzen, glauben an die Partnersuche auf Basis der Sternzeichen.

Je nachdem wann wir geboren wurden, werden uns bestimmte Charaktereigenschaften zugesprochen. Diese werden dann wiederum mit denen anderer Sternzeichen verglichen. Daraufhin können sie ableiten, welche Partner für uns passend bzw. mit welchen wir seelenverwandt sind.

Dafür spricht, dass wir durch die Sterndeutung ein besseres Verständnis für uns selbst bekommen können.

Wenn wir uns selbst besser kennen, können wir auch die Persönlichkeit und das Handeln anderer besser verstehen. Deshalb fällt es uns vermutlich leichter, unsere Vorlieben mit den Eigenschaften unserer seelenverwandten Sternzeichen zu verbinden.

Wir glauben, dass eine Beziehung mit oder ohne vermeintlich passende Sternbilder glücklich und erfüllt sein kann. Vor allem, wenn beide Partner offen sind und gemeinsam an sich arbeiten möchten.

Sind Seelenverwandte automatisch glücklicher?

An unseren drei Pärchen können wir erleben, wie sich das ganz unterschiedlich im Alltag darstellen kann.

Pärchen 1 kann für das Wunschbild vieler stehen, wenn sie an Seelenverwandtschaft denken. Wie von einer höheren Macht geführt, gelingt den beiden scheinbar das perfekte Zusammenspiel, ohne die oft auftretenden, manchmal schmerzhaften Erfahrungen der Beziehungsjahre.

Mit Pärchen 2 erleben wir schon einen davon abweichenden Fall. Obwohl die beiden eine ähnliche Zusammengehörigkeit beschreiben, spielt hier der Zeitpunkt ihres Kennenlernens eine ausschlaggebende Rolle.

Clara steckte zu dem Zeitpunkt in einer emotional schwierigen Situation. Die Frage ist nun: Bleibt ihre Bindung auch, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern? War Ulli einfach nur der richtige Impuls zur richtigen Zeit oder geht ihre Verbundenheit über die aktuellen Bedürfnisse hinaus?

Wichtig ist, dass sie sich gemeinsamen Herausforderungen stellen und aktiv entscheiden, zusammen in ihrer Beziehung zu wachsen. Wenn sie seelenverwandt sind, kann ihnen das mitunter leichter fallen, es schließt Herausforderungen dennoch nicht aus.

Bei Paar Nummer 3 sehen wir auch eine vermeintliche höhere Ebene, auf der sie verbunden sind. Es scheint, sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne. Doch, sind sie seelenverwandt oder emotional abhängig voneinander?

Selbst wenn sie nun wieder zusammenkämen, steckt in ihnen viel Konfliktpotential. Damit sie eine langanhaltende Beziehung zueinander aufbauen können, bedarf es viel Arbeit. Und das ist trotzdem keine Garantie für Erfolg.

Vielleicht stellst auch du dir die Frage, ob es nicht für beide gesünder ist, sich bewusst voneinander zu trennen.

Sind ihre Seelen verwandt?

Finde deinen ganz eigenen Weg!

Natürlich darfst du dir von den drei Paaren dein ganz eigenes Bild machen und deine eigenen Schlüsse daraus ziehen.

Was denkst du, ist die Seelenverwandtschaft die Höchstform zwischenmenschlicher Bindung – wie sie oftmals dargestellt wird? Oder ist es nur ein Merkmal, dass uns dabei helfen kann, eine glückliche und erfüllte Partnerschaft zu finden?

Du kennst vielleicht aus deinem Umfeld gute Beziehungen, die nicht den Status des blinden Verstehens erreicht haben oder denen die Astrologen nur wenig Hoffnung geben.

Und vielleicht hast du selbst einen Menschen, zu dem du viel offener, viel vertrauter sein kannst, als zu anderen Menschen. Du fühlst dich emotional ganz anders mit ihm – und es möchte einfach trotzdem nicht wirklich klappen.

Mit jemandem eine seelenverwandte Beziehung zu führen, kann etwas unfassbar Schönes sein. Ihr erlebt etwas, das vielen nicht vergönnt ist und ganz besondere Momente ermöglicht.

Und wenn es nicht zu passen scheint, denk einmal darüber nach: Tut dir die Verbindung zu dieser Person wirklich gut? Andernfalls, gib einem neuen Partner die Chance, deine ganze Liebe zu spüren und dein Herz zu erobern.

Seelenverwandt oder nicht – um eine ausgewogene Partnerschaft zu führen, brauchen wir mehr als nur Empfindsamkeit und Zugehörigkeit.

Wir brauchen Offenheit, um gemeinsam mit unserem Partner an Herausforderungen zu wachsen. Auf dem Weg zur großen Zweisamkeit bleibt die Seelenverwandtschaft vielleicht nur ein Teil im großen Puzzle für eine glückliche Partnerschaft.

Seelenverwandt: Was es wirklich bedeutet – für euch und für dich!
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